(Photo by CARLOS MAMANI/AFP via Getty Images)

Puno am Titicaca-See. Die Indiofrauen warten auf die Auszahlung des zweiten Teils des einmaligen staatlichen Unterstützungsbeitrags (ca. 107 US$) für Familien mit tiefem Einkommen, damit sie zu Hause bleiben.

Obwohl Peru als erstes Land Lateinamerikas den Lockdown verfügt hat, steigen die Fallzahlen unvermindert an. Es ist hinter Brasilien das am stärksten betroffene Land Lateinamerikas.

Warum die Fallzahlen steigen

(Auszug aus: TA 27.05.20 «Bolsonaro ist nicht an allem schuld»)

«Peru, Brasiliens westlicher Nachbar hatte schon früh eine strenge und landesweite Ausgangssperre verhängt. Die Fallzahlen hät-ten also sinken müssen, stattdessen aber explodierten sie auch hier. 124’000 Infektionen gibt es trotz Quarantäne heute in Peru, der zweithöchste Wert der gesamten Region und auf die Einwohner umgerechnet mehr als doppelt so viele Infizierte wie in Brasili-en. Und Peru ist bei weitem kein Einzelfall: So handelten auch die Regierungen von Ecuador, Chile, Kolumbien, Argentinien oder Bolivien vergleichsweise schnell und entschlossen. Die Leute sollten zu Hause bleiben – allerdings, und das ist das Problem, taten dies viele nicht. Nicht weil sie nicht wollten, sondern weil sie nicht konnten. Weil sie als fliegende Händler arbeiten oder am Stras-senrand Grillfleisch verkaufen. Weil sie schwarz auf dem Bau schuften oder Wohnungen putzen. Sie haben keinen Arbeitsvertrag, keine Absicherung, keine Lohnfortzahlung.
Informelle Arbeit nennen Experten diese Jobs ohne Absicherung und Verträge. In vielen Ländern Lateinamerikas sind sie nicht nur verbreitet, sondern sogar die Regel. Schon vor Corona war das ein Problem, zusammen mit dem Virus entstand nun aber eine buch-stäblich tödliche Mischung. Denn die Menschen aus dem informellen Sektor können sich eine Quarantäne einfach nicht leisten. Ohne Arbeit kein Geld, ohne Geld kein Essen.
Dass ausgerechnet Peru so hart von dem Virus getroffen wird, ist deswegen nur logisch, schliesslich arbeiten hier besonders viele Menschen ohne Arbeitsvertrag: laut Zahlen der Vereinten Nationen fast 70 Prozent. In Ecuador, Mexiko, Kolumbien, Argentinien oder eben auch in Brasilien sind die Zahlen ähnlich. Fast die Hälfte der Erwerbstätigen verfügt hier nur über eine informelle Be-schäftigung. 600 Real Nothilfe hat die Regierung versprochen, umgerechnet gut 100 Franken, zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel.»

(Photo by CRIS BOURONCLE/AFP via Getty Images)

Elendsviertel San Cristobal am Rande von Lima. Übervölkerung, hohe Wohndichte und grosse Armut machen die Bekämpfung von Corona praktisch unmöglich.

Corona Fallzahlen Peru am 23. Mai 2020

Total der Coronavirus Fälle in Peru

Zunahme am 23.5.2020

Infizierte

115’754

4,056

Todesfälle

3’373

129

Genesene

47’915

 

Quellen:

www.worldometers.info/coronavirus/country/peru/

The Guardian International Edition Wed 20 May 2020 15.51 BST

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